Bauvorhaben

  • Entwicklung des Olympischen Dorfes von 1936

    Entwicklung des Olympischen Dorfes von 1936

    Zielstellung: Wiederbelebung eines Denkmalensembles nationaler Bedeutung

    Während in vielen Städten der Welt die Hinterlassenschaften der Olympischen Spiele und die temporären Wohnstätten der Athleten zu steinernen Zeugen geworden sind, nimmt das Olympische Dorf von 1936 im Wustermarker Ortsteil Elstal eine Ausnahmestellung ein. Sie basiert auf der Entstehung und der geschichtlichen Last, die nutzungsbedingt auf diesem Areal im Osten des größten Wustermarker Ortsteiles liegt. Obwohl bereits in der planerischen Konzeption die spätere militärische Nutzung im Fokus stand, war es das Ziel der Architekten um Werner March, eine parkstadtartige Anlage mit hohen städtebaulichen und freiraumplanerischen Qualitäten in nur 15 Kilometer Luftlinie zum Berliner Olympiastadion zu schaffen. Nach Beendigung der Olympischen Spiele wurde das Gelände wie geplant von der Wehrmacht bezogen und diente unter anderem als Lazarett und Offiziersschule. Während der deutschen Teilung nutzte die Rote Armee das Areal. In jener Zeit erfolgten einige recht vehemente Eingriffe in die Gebäudesubstanz sowie die städtebauliche Grundordnung, die den Gesamtcharakter jedoch nicht zerstören konnten. Mit dem Rückzug der Roten Armee aus dem wiedervereinigten Deutschland verließ auch die letzte Nutzung den Standort. Das Gelände sowie die noch bestehenden historischen Gebäude fielen brach.

    Die langjährigen Bemühungen um die Belebung des etwa 53 Hektar großen Geländes zahlten sich aus: Im Jahr 2014 fand das Olympische Dorf Aufnahme in das Bundesförderprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“. Der Bund finanzierte in diesem Rahmen planerische Vorbereitungen und Erschließungsarbeiten mit 2,6 Millionen Euro, die Gemeinde Wustermark gab weitere 1,3 Millionen Euro hinzu. Das im Jahr 2016 unter Einbeziehung von Wustermarker Bürgerschaft und Fachbehörden erarbeitete Integrierte Quartiersentwicklungskonzept steckte die Leitlinien des städtebaulichen Großprojektes ab. Ein fast schon verloren geglaubter historischer Ort soll sich nun zu einem nutzungsgemischten Quartier entwickeln, das Wohnraum für bis zu 3.000 Personen bietet.


    Erster Bauabschnitt: Sanierung des Speisehauses der Nationen als prägende Landmarke

    Den Auftakt zur Revitalisierung des Olympischen Dorfes bildet ein erster Bauabschnitt, der sich seit 2018 mit insgesamt etwa 485 Wohneinheiten in Realisierung befindet. Seit dem 30.12.2017 besteht mit dem rechtskräftigen Bebauungsplan Nr. E 36A „Olympisches Dorf“ Planungsrecht im Gebiet.

    Die terraplan Baudenkmalsanierungsgesellschaft reaktiviert hier das Speisehaus der Nationen als prägenden Pol der Anlage bis zum Jahr 2021 denkmalgerecht für eine Wohnnutzung und fasst es im Westen ringförmig mit einem Ensemble aus neu zu errichtenden Townhäusern ein. Die Neubauten orientieren sich dabei hinsichtlich ihrer architektonischen Sprache am gebietsprägenden Speisehaus der Nationen, setzen aber dennoch individuelle Akzente, um die unterschiedlichen historischen Schichten des Ortes zu vermitteln. Seit dem Spätsommer 2020 ziehen nach und nach die ersten Mieter in die schrittweise fertiggestellten neuen Wohnungen im Olympischen Dorf. Auch der Elstaler Jugendklub sowie ein betreutes Wohnangebot für Senioren werden im ersten Entwicklungsabschnitt ihren Platz finden. Ein Blockheizkraftwerk versorgt weite Teile des ersten Bauabschnittes mit Strom und Wärme.


    Zweiter Bauabschnitt: Erhalt der sowjetischen Entwicklungsschicht und Ausbildung eines infrastrukturellen Quartierszentrums

    In dem südöstlich an den ersten Bauabschnitt anschließenden, von Auenlandschaften sowie der B 5 eingerahmten zweiten Entwicklungsbereich sollen vielfältige städtebauliche und funktionale Strukturen entstehen. So wird angestrebt, die fächerförmig um das Speisehaus der Nationen gruppierte städtebauliche Figur im nördlichen, auennahen Teilbereich fortzuführen. Zudem ist vorgesehen, einen Teil der DDR-Typenplattenbauten für Wohnzwecke zu sanieren und mit Zwischenbauten zu ergänzen, welche Raum für infrastrukturelle und kleingewerbliche Nutzungen bieten. Der rückwärtig liegende begrünte öffentliche Blockinnenhof soll an dieser Stelle eine Wegeachse für den Fuß- und Radverkehr aufnehmen. Südlich dieses zentralen Bereiches ist die Revitalisierung ehemaliger Mannschaftsunterkünfte sowie eines einstigen Offizierskasinos unter anderem für infrastrukturelle und gewerbliche Zwecke angedacht. Der zweite Bauabschnitt bietet daher neben voraussichtlich etwa 380 Wohnungen in verschiedenen Größen und Preiskategorien unter anderem auch Flächen für Büros, Dienstleistungen, Gastronomie und eine Kindertagesstätte. Einen wichtigen infrastrukturellen Zugewinn für die gesamte Gemeinde stellt das von den Havelland Klinken geplante Medizinische Dienstleistungszentrum dar. Öffentliche Grün- und Waldflächen sollen darüber hinaus Erholung im Quartier bieten.

    Auf Grundlage eines am 03.03.2020 von der Wustermarker Gemeindevertretung gebilligten städtebaulichen Konzeptes wird der Bebauungsplan für den zweiten Bauabschnitt unter dem Titel Nr. E 36B „Olympisches Dorf“ derzeit erarbeitet. Wenn Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung zum Planentwurf stattgefunden haben und ein städtebaulicher Vertrag mit dem privatwirtschaftlichen Vorhabenträger abgeschlossen wurde, kann der Bebauungsplan als Satzung verabschiedet werden.


    Weitere Bauabschnitte: Wiedernutzung der historischen Sportstätten und der Auenlandschaft

    Die nächstfolgenden, unter anderem das Hindenburghaus, die Schwimm- und Turnhalle oder auch ehemalige Sportlerunterkünfte umfassenden Bauabschnitte werden behutsam zeitversetzt entwickelt, um die kommunalen Infrastrukturen nicht zu überlasten. Auch die Auenlandschaft soll in späteren Bauabschnitten wieder denkmalgerecht hergestellt und öffentlich zugänglich gemacht werden. Räumliche Umrisse und zeitliche Staffelungen künftiger Bauabschnitte sind derzeit jedoch noch nicht absehbar.

    Für die weitere Entwicklung ist es insgesamt ein zentrales Ansinnen, an die vorherigen Nutzungsschichten der mittlerweile fast 90 Jahre alten Siedlung zu erinnern. Im denkmalgeschützten Gebäudebestand wie dem Speisehaus der Nationen und auch im öffentlichen Raum sollen Informationsangebote zur wechselvollen Geschichte des Ortes geschaffen werden. Einen Impuls bildet das von der Gemeindevertretung am 18.05.2021 beschlossene Konzept zur Benennung öffentlicher Verkehrsflächen und Privatwege, dem weitere Schritte zur Vergegenwärtigung der wechselvollen Geschichte des Areals folgen sollen.


    Fazit: Impuls auf vielerlei Ebenen für Gemeindeentwicklung

    Insgesamt leistet die Entwicklung des Olympischen Dorfes auf mehreren Ebenen einen Beitrag zur Steigerung der Lebensqualität in der Gemeinde. Mit den vorgesehenen Wohnungsangeboten in hoher architektonischer Qualität werden verschiedene Bevölkerungsschichten angesprochen, zugleich ein attraktives Wohnumfeld über soziale Infrastruktureinrichtungen und Naherholungsmöglichkeiten geschaffen. Im Quartier bestehen zudem die Voraussetzungen, um Wohnen und Arbeiten in unmittelbarer räumlicher Nähe zueinander zu ermöglichen. Museale Informationsangebote sollen die wechselvolle Geschichte des Ortes aufzeigen.

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